Cosplay verkaufen: Wo, wie und worauf du achten solltest

Monate und Jahre vergehen, Conventions kommen und gehen und ehe man sich versieht, haben sich unzählige Cosplays angesammelt. Irgendwann steht man also vor folgender Entscheidung:
"Was mache ich mit den Kostümen, die ich nicht mehr anziehe?"
Als mich das Cosplayfieber packte, haben sich bei mir innerhalb kurzer Zeit unglaublich viele Kostüme angesammelt. Häufig hat es mir ausgereicht diese einmal ausgiebig zu fotografieren. Da ich die Cosplays aber nicht auf unbestimmte Zeit in meinem Kleiderschrank verstauben lassen wollte, habe ich angefangen meine Kostüme auszusortieren und an andere Cosplayer zu verkaufen.
Wie du deine nicht mehr benötigten Cosplays wieder in den Kreislauf geben, anderen damit eine Freude und dein Taschengeld für neue Projekte wieder aufstocken kannst, erkläre ich dir in diesem Beitrag.
Die folgenden Tipps beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen beim Verkauf von Cosplays.
Wo kann ich mein Cosplay (gebraucht) verkaufen?
Der effektivste Weg sein Cosplay in den Kreislauf zu geben, ist es, diese über gängige Verkausplattformen anzubieten. Hier gibt es diverse Optionen, die du nutzen kannst. Jede dieser Optionen hat eigene Vor- und Nachteile.
Sicherlich wirst du merken, dass es Phasen gibt, in denen die eine Plattform für dich besser funktioniert als eine andere. Wenn es die Umstände erlauben, biete ich daher dasselbe Cosplay gerne gleichzeitig über mehrere Plattformen an. Dabei muss man allerdings unbedingt darauf Acht geben, dass ein gleichzeitiger Verkauf desselben Kostüms nicht einfach passieren kann.
Facebook Gruppen
Auf Facebook gibt es die unterschiedlichsten Gruppen zu verschiedenen Themen. Natürlich gibt es daher auch Verkaufsgruppen, die speziell auf Cosplayer beziehungsweise Anime-Manga-Liebhaber zugeschnitten sind. Dort findest du auch das richtige Publikum für deine Cosplays.
Gib in der Suche bei Facebook z.B. "Cosplay Verkauf" ein und durchstöbere die Suchergebnisse nach passenden Gruppen. Du kannst die Suchergebnisse auch nach Gruppen filtern.
Um in einer Facebook Gruppe verkaufen zu können, musst du auf Facebook registriert und Mitglied der Gruppe sein. Häufig gibt es individuelle Gruppenregeln, die du dir vor Verkauf unbedingt durchlesen solltest.
Wenn du auf Facebook oder Instagram verkaufst, dann hast du keinen Käufer- oder Verkäuferschutz. Das heißt, wenn beim Verkauf etwas schief läuft, dann wird dir die Plattform nicht unterstützend zur Seite stehen. Du nutzt die Plattform lediglich als digitalen Aushang.

Dein Account auf Instagram
Ich verkaufe am liebsten direkt über meinen Instagram Account. Ebenso wie bei den Facebook Gruppen gibt es hier keine Absicherung durch die Plattform selbst. Der Verkauf lohnt sich für mich besonders, da meine aktiven Follower überwiegend aus deutschen Cosplayern besteht. Diese kennen meine Kostüme bereits von meiner Seite und wissen daher oft schon vorher, worauf sie sich einlassen.
Je nachdem wie sehr du vernetzt bist oder wie groß dein Account ist, wirst du hierüber viele Kostüme los. Letztendlich gilt, je größer der Account, desto größer das Publikum, das am Ende deinen Verkaufspost sieht.
Tipp: Auf Instagram gibt es auch den Account cos.sell - dort kannst du dein Verkaufsangebot durch die Admins posten lassen und viele Cosplayer erreichen. Lies dir vorab im Storry Highlight den entsprechenden Guide durch!
Die Second Hand Verkaufsplattform - Vinted
Viele Cosplayer nutzen auch Vinted. Vinted ist eine Plattform, die sich auf den Verkauf von gebrauchter Kleidung spezialisiert hat. Die Plattform bietet dir ein spezielles Verkaufssystem, das den Kauf und Verkauf sicherer machen und dich und deine Käufer vor Betrug schützen soll.
Der Nachteil hierbei ist eindeutig, dass es sich um keine spezielle Verkaufsplattform für Cosplays handelt. Es kann also durchaus länger dauern, bis du etwas verkaufst.
Inzwischen ist Vinted nicht nur auf den deutschsprachigen Raum begrenzt. Du findest dort auch beispielsweise Angebote von Nutzern aus Frankreich oder Italien.
Der Klassiker beim Gebrauchtverkauf: eBay und Kleinanzeigen
Ganz klassisch kannst du deine Kostüme natürlich auch auf eBay oder Kleinanzeigen verkaufen. Während du bei Kleinanzeigen über dein Profil entsprechende Anzeigen hochladen und durch potentielle Käufer kontaktiert werden kannst, nutzt eBay eher das Gebotssystem. Interessenten können also auf deine Produkte bieten. Natürlich kannst du dort auch Verkaufspreise vorgeben und das Gebotssystem für deinen Artikel deaktivieren.
Beide Plattformen bieten eigene Bezahlsysteme, über die Transaktionen abgewickelt und unter bestimmten Voraussetzungen abgesichert werden können. Informiere dich vor dem Verkauf über die jeweiligen Bedingungen und Schutzmechanismen, damit du weißt, welche Möglichkeiten du im Problemfall hast.
Artikelbeschreibung - darauf solltest du achten
Optimale Produktfotos
Für einen erfolgreichen Verkauf ist es wichtig, dass du das Produkt, das du verkaufen möchtest, gut in Szene setzt. Bei Cosplays bietet es sich an Fotos zu verwenden, auf denen du das Kostüm trägst. Besonder schön sind Shootingfotos, die nicht zu sehr vom Kostüm ablenken und es gut in Szene setzen. So sehen deine potentiellen Käufer sofort, was sie erwartet.
Alternativ kannst du das Kostüm auch auf deiner Schneiderpuppe fotografieren oder ein Spiegelselfie verwenden. Ergänzen kannst du diese Fotos dann durch Detailbilder oder eine Übersicht aller zugehörigen Kostümteile.
Grundsätzlich solltest du dir aber darüber im Klaren sein, dass der Fokus auf dem Kostüm liegen muss. Es sollte also vorteilhaft fotografiert sein, ohne wichtige Elemente zu verdecken.
Folgende Checkliste hilft dir einzuschätzen, ob deine Fotos für den Verkauf passend sind:
- Das Foto ist bei Tageslicht aufgenommen worden und zeigt das Cosplay möglichst farbgenau.
- Die Fotos wurden nicht bearbeitet, um das Erscheinungsbild des Kostüms abzuändern. Das Foto zeigt möglichst genau, wie das Kostüm tatsächlich aussieht.
- Alle Details und Zubehörteile, die verkauft werden sollen, sind auf den Fotos zu sehen.
- Es gibt keine Elemente im Bild, die von dem Produkt ablenken.
- Eventuelle Mängel, wie Beschädigungen, unsauber gearbeitete Stellen oder Flecken sind auf den Fotos eindeutig erkennbar.
Prüfe außerdem, ob das Cosplay vor dem Verkauf gereinigt werden muss. Niemand kauft gerne ein Cosplay, welches nach Rauch oder Schweiß riecht.
Die Produktbeschreibung
Neben den elementaren Informationen wie Preis und Größe, solltest du auch bestimmte Merkmale hervorheben. Für viele Cosplayer ist es interessant zu wissen, wie oft das Kostüm getragen wurde oder ob du es selbst gemacht hast.
Hat das Kostüm irgendwelche Mängel, dann musst du sie unbedingt beschreiben. Mängel sind nicht nur fehlende Kostümteile, Flecken, die du nicht mehr raus bekommst oder Löcher. Mängel können auch unsaubere Nähte sein.
Es spricht überhaupt nichts dagegen selbstgemachte Kostüme zu verkaufen, auch wenn sie aus deiner Anfangszeit stammen. Geh einfach offen und ehrlich damit um und beschreibe das Kostüm so gut wie möglich!
Viele Kostüme aus meiner Anfangszeit haben gegen kleines Geld ein neues Zuhause gefunden und haben andere Cosplayer glücklich gemacht. Jeder fängt Mal bei Null an. Sei bei der Produktbeschreibung einfach ehrlich und biete das Kostüm zu einem fairen Preis an.
Natürlich solltest du nicht nur die Mängel hervorheben. Wenn es etwas gibt, dass dein Cosplay besonders macht, dann solltest du das auf jeden Fall auch erwähnen!
Erwähne an dieser Stelle auch, auf welche Weise du das Cosplay versendest und welche Versandkosten hierfür anfallen. Mehr zum Thema Versand erfährst du weiter unten.
Der Preis ist heiß
Verkaufspreis ermitteln
Den richtigen Preis zu finden ist gar nicht so einfach. Gerne würde ich dir jetzt eine Formel verraten, wie du zielsicher einen angemessenen Verkaufspreis ermittelst. Leider habe ich aber keine. Stattdessen verrate ich dir, welche Punkte ich berücksichtige, um den Preis zu bestimmen:
- Anschaffungskosten: Wie viel Geld habe ich ausgegeben, um das Cosplay anzufertigen?
- Neupreis: Was kostet das Cosplay aktuell im Online-Shop?
- Je nachdem was auf mein Cosplay zutrifft, berücksichtige ich die Anschaffungskosten und / oder den Neupreis.
- Material: Besteht das Cosplay aus hochwertigen oder sehr teuren Materialien? Oder ist das Material tatsächlich eher unvorteilhaft für das Kostüm?
- Beschaffenheit: Wie komplex ist das Kostüm? Ist es eher einfach gehalten, besteht es aus mehreren Teilen oder vielen Detailarbeiten?
- Mängel: Wie viele Mängel hat das Cosplay? Wie schlimm sind die Mängel?
- Wurde das Cosplay außerdem besonders häufig getragen oder stark beansprucht?
- Vollständigkeit: Wird das Cosplay vollständig verkauft oder fehlen Teile? Bietest du beim Verkauf sogar die Perücke, Schuhe oder Props an?
- Dein Angebot wirkt attraktiver, wenn du das Kostüm vollständig verkaufst und keine wichtigen Kostümteile zurückhältst. Möchtest du unbedingt die passenden Schuhe mit im Paket verkaufen, kann es wiederum sein, dass das für viele aufgrund der Schuhgröße, eher ein Hindernis ist.
- Beliebtheit: Ist der Charakter unbekannt oder sehr beliebt?
- Beliebte Charaktere verkaufen sich leichter als unbekannte Charaktere. Unbekannte Charaktere verkaufe ich deshalb in der Regel günstiger, um die Chancen für einen Verkauf zu erhöhen.
Ich habe häufig erlebt, dass viele Cosplayer bei den Verkaufspreisen von selbst gemachten Kostümen auch die Arbeitszeit mit einberechnen. Dem stehe ich persönlich eher kritisch gegenüber. Da es sich um den Verkauf von einem gebrauchten Kostüm handelt, ist es nicht angemessen stundengenau die Arbeitszeit gegenzurechnen und auf den Verkaufspreis aufzuschlagen. Natürlich kannst du die Arbeitszeit grundsätzlich berücksichtigen, wenn es sich um ein äußerst aufwendiges Kostüm handelt.
Denk immer daran, dass du am Ende einen Preis finden musst, der einen Verkauf realistisch macht. Gerade in der heutigen Zeit sind viele Kostüme leider meist nicht mehr viel wert, da die Angebote von Cosplay-Online-Shops riesig und vor allem extrem günstig sind.

Die Bezahlung
Wenn du dein Cosplay nicht über entsprechende Verkaufsplattformen wie eBay, Kleinanzeigen oder Vinted verkaufst, hast du zwei Möglichkeiten für eine Bezahlung: PayPal oder Überweisung.
Die Überweisung ist ein klassisches Zahlungsmittel. Hierfür benötigt der Käufer deine Bankdaten, damit er eine Überweisung bei seiner Bank beauftragen kann. In Zeiten von Onlinebanking geht das zum Glück schnell.
Achtung: Es kann durchaus einige Werktage dauern, bis das überwiesene Geld bei dir ankommt. Auch wenn das Geld sofort vom Konto des Käufers abgezogen wurde.
Bei PayPal gibt es zwei Varianten, um Geld zu erhalten beziehungsweise zu versenden. Die theoretisch korrekte Methode ist die Bezahlung "für Dienstleitungen". Der Käufer wird hier durch den PayPal Käuferschutz abgesichert und kann sich im Zweifel sein Geld zurückholen. Die Gebühren, die bei dieser Zahlungsmethode entstehen, trägst du als Verkäufer. Diese betragen 2,49% des Betrages zzgl. 0,35€ pro Transaktion.
Natürlich kannst du die Gebühren auch auf den Verkaufspreis anrechnen.
Die Methode via "Freunde & Familie" zu bezahlen ist gebührenfrei. Allerdings ist sie nicht dafür gedacht, Ware zu kaufen oder verkaufen. Die Zahlung via PayPal trifft übrigens innerhalb weniger Minuten auf deinem PayPal Account ein.
Um dich vor Betrug zu schützen kannst du statt deiner Mailadresse deinen persönlichen PayPal.Me-Zahlungslink an den Käufer geben.

Der Versand
Auf welche Weise du das Cosplay versendest, legst du als Verkäufer fest. Natürlich bietet es sich an, die Wünsche des Käufers zu berücksichtigen. Letztendlich entscheidest aber du, welche Versandmethode angemessen ist und welchem Versanddienstleister du das Paket anvertraust.
Die aktuellen Preise sowie entsprechenden Vorgaben zu Größe und Gewicht des Pakets, entnimmst du einfach den jeweiligen Preislisten der Versanddienstleister.
Prüfe vorab wie groß und wie schwer das Paket wird, damit du beim Verkauf die korrekten Versandkosten angeben kannst.
Mach dir auf jeden Fall Gedanken, ob du die Pakete versichert versenden möchtest. Bei der Versicherung hast du einen Nachweis und kannst den Versand des Pakets verfolgen. So beugst du außerdem Betrug vor und kannst bei Problemen den Kundenservice des jeweiligen Versanddienstleisters kontaktieren.
Besonders bei Verkäufen, die mit PayPal (Dienstleitungen) bezahlt wurden, solltest du das Paket mit Sendungsnummer verschicken.
Übergabe statt Versand
Viele Cosplayer treffen sich auch für eine persönliche Übergabe anstatt das Cosplay zu versenden.
Wenn man nicht im selben Umkreis wohnt, bieten sich auch Conventions für eine Übergabe an. Einige dich hier mit dem Käufer auf einen Ort und eine Zeit für eure Übergabe. Vielleicht tauscht ihr auch Handynummern aus, um in Kontakt zu bleiben, damit nichts schief läuft.
Einige Conventions bieten auch ein "Bring & Buy" an, für die du dich vorab anmelden und deine Cosplays, als auch Perücken oder Merchandise vor Ort verkaufen kannst.
Probleme beim Verkauf?
Jetzt solltest du für deinen nächsten Verkauf gut vorbereitet sein!
Trotzdem kann leider auch immer etwas schief laufen. Welche Probleme auftauchen können und wie du damit umgehst, verrate ich dir in diesem Beitrag!






