Konkurrenzdenken im Cosplay: Wann wird es zum Problem?

Konkurrenzdenken beim Cosplay. Etwas, das jeder von uns sicher schon einmal gehört hat. Aber ist es wirklich so schlimm wie alle behaupten?
Ruiniert das Konkurrenzdenken die Community?
Der Grundgedanke ist doch, dass wir alle über das Hobby Cosplay zueinander gefunden haben. Wir haben uns damit einen „Safe Space“ geschaffen, in dem wir unser nerdiges selbst ausleben können.
Über die Jahre hinweg ist das Hobby immer beliebter geworden und nicht nur „Außenseiter“ begeistern sich dafür.
Er kam, wie es eben kommen musste: Der Mainstream.
Die Sache mit dem Mainstream
Aber was bedeutet Mainstrem eigentlich?
Mainstream bedeutet letzendlich mehr Beliebtheit sowie Aufmerksamkeit für das Hobby. Also mehr Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen diesem Hobby widmen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Cosplayer wird immer größer und es entwickeln sich sogar neue Kategorien und Abspaltungen.
Der praktische Nebeneffekt? Cosplay wird zugänglicher und das Angebot wird besser. Mal ganz ehrlich, wer könnte sich darüber beschweren, wenn man sich online problemlos neue Cosplay bestellen kann? Ich jedenfalls nicht.
Aber mehr Menschen bedeuten auch, mehr Möglichkeiten sich zu vergleichen.

Woher kommt das Konkurrenzdenken?
Natürlich verstärkt der Mainstream die Beliebtheit um das Hobby Cosplay und damit steigt auch das Konkurrenzdenken. Social Media trägt ebenso dazu bei, den Eindruck eines permanenten Konkurrenzdrucks zu verstärken.
Aber: Vorher war das Konkurrenzdenken auch schon vorhanden. Womöglich war es einfach nur nicht so präsent.
Tatsächlich ist ein Konkurrenzdenken nicht ausschließlich etwas Negatives. Manchmal kann der Vergleich mit anderen sogar dazu führen, dass wir besser werden und über uns hinaus wachsen.
Ich hatte tatsächlich immer wieder den Gedanken "Das kann ich besser!" als ich andere Cosplayer gesehen hatte. Nicht, weil ich deren Arbeit abwerten wollte oder mit mir selbst unzufrieden war. Sondern, weil mich der andere Cosplayer indirekt dazu angespornt hat, es besser machen zu wollen als er.
Macht mich das jetzt zu einem schlechten Menschen, dass ich manchmal besser sein möchte als andere?
Der Ton macht die Musik
Ich denke tatsächlich nicht, dass Konkurrenzdenken an sich etwas Schlimmes ist. Vor allem dann nicht, wenn es dich dazu motiviert etwas Neues auszuprobieren oder den Wunsch in dir weckt, über dich hinaus zu wachsen.
Konkurrenzdenken wird dann zum Problem, wenn man es nutzt, um andere abzuwerten. Niemand mag Personen, die alles und jeden als Konkurrenz betrachten und dabei den gegenseitigen Respekt als auch ihre guten Manieren vergessen.
Das ist schlichtweg unsympathisch und unangenehm. Niemand möchte sehen oder hören, wie ein anderer Cosplayer sich für etwas Besseres hält.

Aber wo ist das Problem, wenn man diesen Konkurrenzkampf für sich selbst im inneren austrägt? Oder abgesprochen unter Freunden?
Richtig, hierbei gibt es gar kein Problem, denn keiner wird dadurch belästigt oder gar beleidigt.
Also anstatt Konkurrenzdenken grundsätzlich als etwas Negatives zu sehen, sollten wir hinterfragen, warum bestimmte Menschen überhaupt solche Gefühle in uns auslösen.
Warum möchte ich besser sein als diese Person? Was genau stört mich daran? Muss aus diesem Gefühl überhaupt etwas Negatives entstehen?
Vielleicht klappt dann irgendwann die Differenzierung, dass nicht immer die Sache an sich etwas Schlechtes ist, sondern erst das, was wir daraus machen.