Stoffmalfarbe für Cosplay: Welche Farbe eignet sich für elastische Stoffe?

Hast du für dein Cosplay schon einmal Stoffe bemalt? Dann weißt du sicher, dass es wirklich viele Möglichkeiten gibt, um Farbe auf Stoff zu bringen. Doch bei elastischen Stoffen kann das schwierig werden.
Gerade für Bodypaint-Cosplays nutze ich gerne Bodys, Strumpfhosen oder Bodystockings. Je nach Cosplay müssen diese natürlich farblich noch angepasst werden. Ausgerechnet dann, wenn du diese Materialien bemalen möchtest, merkst du schnell, dass sich nicht jede Farbe gleich gut verarbeiten lässt.
Deshalb habe ich verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und miteinander verglichen: Stoffmalkreide, Textilmarker und klassische flüssige Stoffmalfarbe.
In diesem Tutorial zeige ich dir, wie sich die unterschiedlichen Materialien auf elastischem Stoff verhalten, wofür sie sich eignen und worauf du beim Bemalen achten solltest. Hierfür habe ich mit einem Bodystocking DEN 120 in Rosa gearbeitet.
Diesen Body kannst du dir als Ganzkörperstrumpfhose vorstellen, dementsprechend ähnelt der Stoff einer relativ dichten Strumpfhose. Die unten genannten Materialien können sich auf einem festen und wenig dehnbaren Stoff anders verhalten und sich vermutlich etwas leichter auftragen lassen.
Tipps und Vorbereitung
Beim Arbeiten mit Stoffmalfarbe, solltest du immer für eine wasserfeste und ebenmäßige Unterlage sorgen. Besonders dann, wenn du mit flüssiger Stoffmalfarbe arbeitest. Die meisten Farben drücken sich beim Auftragen durch den Stoff durch. Daher ist es wichtig, dass du eine Unterlage nutzt, die den restlichen Stoff vor ungewollten Flecken schützt.
Zudem kann ich dir empfehlen, die Farbe auf dem Stoff immer erst trocknen zu lassen, bevor du die Unterlage entfernst. Wenn du sie vorher entfernst, kann es zu Flecken und „Ausläufern“ kommen. Das wäre sehr ärgerlich.
Also nimm dir die Zeit, den Stoff vollständig trocknen zu lassen, und arbeite dich Stück für Stück vor.
Stoffmalkreide
Meinen ersten Versuch habe ich mit Stoffmalkreide gestartet. Die kleinen Kreidestücke kannst du dir wie Wachsmalkreide vorstellen, denn genauso fühlen sie sich an und verhalten sich in etwa so. Ein präzises Arbeiten ist also nur möglich, wenn die Kreide etwas angespitzt ist. Wie du im Bild erkennen kannst, hatte ich auch versucht mit der Kreide zu schreiben. Das hat leider nicht besonders gut funktioniert.
Beim Auftragen auf den Stoff ist mir vor allem aufgefallen, dass du die Kreide mit Druck aufbringen musst. Dabei kann es aber passieren, dass du im Stoff "hängen" bleibst. Gerade elastischer Stoff, der bei Strumpfhosen und Bodystockings verwendet wird, ist besonders anfällig. Um das zu vermeiden, solltest du den Stoff straff ziehen, damit du die Kreide problemlos auftragen kannst.
Grundsätzlich kannst du durch die Kreide einen ganz besonderen Look erzielen. Wenn du aber gleichmäßige Flächen wünscht oder filigrane Muster aufbringen möchtest, dann würde ich dir von der Kreide abraten.

Textilmarker
Als nächstes habe ich mir Textilmarker besorgt. Textilmarker sind im Prinzip wie Filzstifte für Stoff. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben und Dicken und eignen sich daher besonders gut für filigrane Arbeiten.
Tatsächlich lassen sie sich auch wie Filzstifte auftragen, weswegen du gut damit schreiben kannst. Auch hier solltest du den den Sfoff etwas spannen, um die Farbe gut auftragen zu können.
Solltest du große Flächen bemalen wollen, würde ich dir von den Textilmarkern eher abraten.

Klassische Textilfarbe
Der Klassiker unter den Stoffmalfarben ist die flüssige bzw. cremige Stoffmalfarbe. Um diese auftragen zu können benötigst du Pinsel.
Am besten nutzt du hierfür eine Auswahl verschiedener Pinsel, denn je nach Pinselspitze lässt sich die Farbe für unterschiedliche Zwecke gut oder eben schlecht auftragen. Für Schriften eignen sich zum Beispiel dünne und spitze Pinsel besser, für Flächen dagegen große, breite Pinsel.
Auch wenn sich die Stoffmalfarbe so eher durch den Stoff durchdrückt, würde ich dir empfehlen mit viel Farbe zu arbeiten. So bekommst du ein intensives und gleichmäßiges Ergebnis. Je weniger Farbe auf dem Pinsel ist, desto schwächer und schlechter lässt sich die Farbe auf den Stoff aufbringen.
Im Gegensatz zu der Kreide und den Textilmarkern, musst du beim Einarbeiten der Farbe den Stoff kaum spannen. Ab und an ist es hilfreich den Stoff etwas zu spannen, damit du auch jede Faser erwischt.
Gerade für große Flächen eignet sich die flüssige Stoffmalfarbe besonders gut!

Große Flächen mit flüssiger Farbe bemalen
Wie oben bereits erwähnt, bevorzuge ich für große Flächen die flüssige Stoffmalfarbe. Im Rahmen des Tutorials habe ich den rosa Body dann exemplarisch mit pinken Tigerstreifen bemalt.
Das Bemalen hat ziemlich lange gedauert und mehr als die Hälfte des 15ml Tiegelchen gekostet.Wie du auf dem Foto sehen kannst, müsste ich hier an manchen Stellen noch einmal nacharbeiten und die Farbe auffrischen. Denn du siehst, dass sich beim Tragen der elastische Stoff extrem dehnt und manche Stellen dadurch nicht gleichmäßig gefärbt sind.
Wenn du also große Flächen bemalen musst, solltest du dir bewusst sein, dass du womöglich mehr als nur ein Tiegelchen Farbe benötigst.

Fixierung der Farbe
Damit die Farbe langfristig hält, musst du sie je nach Produkt nach dem Durchtrocknen entsprechend der Herstellerangaben fixieren. Bei vielen Stoffmalfarben erfolgt die Fixierung durch Hitze, beispielsweise mit einem Bügeleisen. Achte daher immer auf die Anleitung deiner Farbe.
Um unschöne Flecken zu vermeiden, kann ich dir empfehlen, mit Backpapier oder einem dünnen Küchenhandtuch zu arbeiten. Du platzierst zwischen Stoff und Bügeleisen also ein sauberes Stück Backpapier beziehungsweise ein dünnes Tuch. Natürlich so, dass die komplette Farbe abgedeckt ist.
So schützt du den Stoff vor zu viel Hitze und das Bügeleisen vor Farbflecken, die es sonst auf dem restlichen Stoff verteilen könnte.
Tatsächlich habe ich bei einigen Farben aber auch schon die Erfahrung gemacht, dass sie bereits ohne Fixierung bombenfest halten. Das ist auf der einen Seite super praktisch. Denn dann musst du dir keine Gedanken darüber machen, dass sich beim Waschen etwas verfärben könnte. Auf der anderen Seite wird es so nur schwieriger, kleine Fehler zu korrigieren.
YouTube Tutorial
Du möchtest sehen, wie ich den Stoff bemale? Dann schau dir das zugehörige YouTube-Tutorial an: