Cosplay Posing: Wohin mit meinen Händen?

Bevor ich angefangen habe Workshops über Posing zu geben, habe ich selbst einige Workshops und Vorträge besucht. Viel zu selten wurde dabei das Thema behandelt, das wohl jeder Cosplayer unbedingt wissen möchte: Was zum Teufel mache ich mit meinen Händen?

Wer schon einmal einen meiner Workshops besucht hat, weiß, dass ich diesem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet habe. In Kurzform möchte ich dir deshalb ein paar praktische Tipps mit auf den Weg geben.

Hast du keine Requisite zur Hand, können dich folgende Tipps sicher durch dein Fotoshooting bringen. 

 

 

Eine Hand findet stets ihren Weg

Beim Posing sind viele oft mit der Frage überfordert, welche Rolle die eigenen Hände beim Shooting eigentlich spielen sollen. Über die Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass es den meisten Cosplayern leicht fällt, eine Hand in Pose zu bringen.

Doch im Regelfall haben wir alle zwei Hände. Während man für die erste Hand noch eine gute Idee hat, so sind wir mit der zweiten leider meist überfordert.

Also was machst du jetzt mit der anderen Hand? 

Genau dafür habe ich drei einfache Grundsätze entwickelt, die dir dabei helfen können.

1. Tipp: Spiegeln

Die erste und sehr simple Methode ist, mit der zweiten Hand das zu spiegeln, was die erste Hand tut. 

Stemmst du beispielsweise also die eine Hand in die Hüfte, stemmst du auch die zweite Hand in die Hüfte. Steckst du deine rechte Hand in deine rechte Hosentasche, kannst du dies mit der linken Hand spiegeln und diese in die linke Hosentasche stecken.

Tipp: Stecke dabei nie deine ganze Hand in die Tasche. Stecke entweder ausschließlich den Daumen oder alle Finger bis auf den Daumen hinein. Da wirkt auf Fotos in der Regel natürlicher!


Das Prinzip "Spiegeln" ist denkbar einfach und funktioniert erstaunlich oft. Sicher, es gibt kreativere Möglichkeiten, um zu posieren, aber wenn du gerade nicht weißt, wohin mit deiner zweiten Hand, ist Spiegeln eine äußerst zuverlässige Methode.

2. Tipp: Unterstützen

Ebenso simpel ist die zweite Methode: Anstatt die Geste der ersten Hand einfach nur zu spiegeln, kannst du sie mit der zweiten Hand unterstützen.

Das klingt theoretisch etwas komplizierter, als es tatsächlich ist.

Legst du beispielsweise eine Hand an dein Gesicht, kannst du die andere Hand unterstützend an das Handgelenkt oder den Unterarm der ersten Hand legen.

Das Prinzip "Unterstützen" funktioniert übrigens auch gut mit Props (Requisiten), die du üblicherweise nur in einer Hand hältst.

Eine meiner zuverlässigsten Gesten funktioniert ebenfalls nach diesem Prinzip. In Insiderkreisen wurde sie schon scherzhaft SajaLyn-Pose genannt.

Dabei strecke ich die erste Hand nach oben, sodass der Oberarm ungefähr im rechten Winkel zum Körper steht. Mit der anderen Hand stütze ich den Ellbogen des erhobenen Arms. Der zweite Arm liegt dadurch senkrecht vor dem Körper.

So wirkt der erhobene Arm nicht einfach so, als würde er in der Luft schweben und die Pose wirkt in sich geschlossen.

Es gibt nicht immer eine eindeutige Trennung, ob eine Hand-Pose eher gespiegelt oder unterstützend ist. Die Grenzen sind hier verschwimmend.

3. Höhe und Tiefe

Die dritte und letzte Methode ist deutlich spannender als die ersten beiden: Arbeite mit unterschiedlichen Ebenen. Nutze die Höhen und Tiefen deines Bildausschnitts entsprechend aus.

Befindet sich deine linke Hand beispielsweise auf Kopfhöhe, wirkt es deutlich interessanter, wenn sich die rechte Hand nicht ebenfalls auf dieser Höhe befindet. Platziere sie deshalb etwas tiefer. So nutzt du Höhenunterschiede um deine Pose spannender zu gestalten.

Wenn du mehr mit der Tiefe arbeiten möchtest, strecke die rechte Hand zur Kamera hin, während die andere Hand auf Höhe des Kopfs oder des Schlüsselbeins liegt.

Wenn du kreativ werden möchtest, dann solltest du dir für beide Händen unterschiedliche Gesten überlegen. Besonders gut funktioniert das beispielsweise aus der Bewegung heraus.

 

Übrigens kannst du immer mit unterschiedlichen Ebenen arbeiten und die anderen beiden Methoden imt diesem Prinzip kombinieren. Spiegelst du eine Hand-Pose also, müssen sich die beiden Hände nicht zwingend auf derselben Höhe befinden.

Gerade "Unterstützen" wirkt als Pose erst dann so richtig, wenn sich die beiden Hände auf unterschiedlichen Ebenen befinden.

 

Wohin mit meinen Händen?

Wenn du also das nächste Mal Fotos von deinem Cosplay machst, kannst du ganz einfach mit diesen Prinzipien deine Hände sicher in Pose bringen:

  • Spiegeln: Die zweite Hand spiegelt die Pose der zweiten.
  • Unterstützen: Die erste Hand unterstützt die Pose der zweiten. 
  • Höhe und Tiefe: Nutze unterschiedliche Höhen und Ebenen, um deine Pose spannender zu machen.

Wenn du mit Props (Requisiten) posieren möchtest, kannst du diese Methoden ebenso darauf anwenden. 

Probier die Tipps beim nächsten Fotohooting doch einfach mal aus. Ich bin mir sicher, dass du beim Posing schon bald nicht mehr über deine Hände nachdenken musst.