Warum Likes dich nicht glücklich machen

Wer kennt den Frust nicht, wenn ein geliebtes Foto oder aufwändig angelegtes Video nicht die gewünschte Aufmerksamkeit erzielt. Gerade wir Cosplayer stecken viel Herzblut in unsere Arbeiten und wünschen uns natürlich, dass auch andere dieselbe Begeisterung dafür verspüren.

Bleiben die gewünschten Reaktion auf Social Media hierzu aus, kommt es nicht selten vor, dass wir gefrustet sind und unsere Arbeit in Frage stellen. 

 

Likes als Maßstab aller Dinge

Nicht gerade selten kann man online beobachten, wie Cosplayer ihre Zufriedenheit, ihre Leistung, ja manchmal sogar ihre Daseinsberechtigung, von Likes und Reichweite abhängig machen. Bekommt ein Cosplayfoto oder -video viele Likes, bedeutet das scheinbar, dass du ein guter Cosplayer bist.

Anders gesagt, erhält ein Post deines Cosplays kaum Likes, könnte man den Schluss daraus ziehen, dass es sich um ein schlechtes Cosplay handelt. Gleichzeitig kann man online viele Reaktionen auf Posts erleben, die scheinbar ganz unverdient viel Aufmerksamkeit erhalten hätten. Du siehst, ein Widerspruch in sich. 

In unserer modernen und eng mit den sozialen Medien verknüpften Welt, tendieren wir dazu digitale Reaktionen als Maßstab zu werten. Sie helfen scheinbar einzuordnen, ob etwas eher gut oder oder schlecht ist. Realistisch gesehen, ordnen sie eher ein, ob etwas beliebt oder unbeliebt ist oder starke Reaktionen hervorruft. 

Dabei müssen wir uns bewusst machen, dass die Anzahl der Likes nichts - wirklich rein gar nichts - darüber aussagen, ob ein Kostüm aufwändig gemacht, ein Cosplay akkurat umgesetzt oder ein Charakter perfekt in Szene gesetzt wurde. Sie beschreiben weder wie du dich in deinem Cosplay fühlst noch wie andere dich darin wahrnehmen. Sie sind lediglich das Ergebnis des Zusammenspiels des Algorithmus und deines Marketings.

 

Das Geheimnis vieler Likes

Lernst du zu erkennen, was bei den Leuten und beim Algorithmus beliebt ist, dann kannst du deine Posts dahingehend optimieren. Natürlich spielen hier auch die Qualität deiner Arbeit, der Veröffentlichungszeitpunkt und Kontext eine nicht unerhebliche Rolle.

Sicherlich hast du schon einmal beobachtet, dass eine große erfolgreiche Sharing-Seite einen Post veröffentlicht hat, der enorm gut ankam. Als du dann aber den originalen Post auf der Seite des Cosplayers geöffnet hast, hast du gesehen, dass das Original bei Weitem nicht so viele Likes hatte.

Das lag sicherlich nicht an der Leistung des Cosplayers, Sondern viel mehr daran, dass die Sharing-Seite sich erfolgreich bestimmter Social Media Marketing Maßnahmen bedient.

Ein bereits etablierter und aktiver großer Account wird mit demselben Post tendenziell eher mehr Likes generieren, als eine kleine Seite. Eine Garantie dafür gibt es dafür allerdings nicht, denn der stets lernende Algorithmus verhindert, dass es ein einfaches Erfolgsrezept für viel Reichweite auf Social Media gibt.

 

 

Hier als Beispiel ein Post von skys_heaven und mir, der jeweils auf der großen und etablierten Seite von emp_de  geteilt wurde. 

Dein Wert hängt nicht von der Bewertung anderer ab

Du siehst, dass daselbe Cosplayfoto auf verschiedenen Accounts ein unterschiedliches Ergebnis erzielen kann.

Selbstverständlich ist es völlig legitim sich viel Reichweite und Interaktion zu wünschen. Wichtig dabei ist nur, dass du auf keinen Fall dein Selbstwertgefühl davon abhängig machen solltest! 

 

Das richtige Mindset

Mach dir bewusst, weswegen du deine Social Media Accounts führst. Was möchtest du erreichen? Hast du ein bestimmtes Ziel oder möchtest du dich einfach mit anderen Menschen austauschen können?

Möchtest du dich einfach nur mit anderen Cosplayern verbinden und den Kontakt halten, dann sollten dich Likes überhaupt nicht interessieren und dich auch nicht verunsichern.

Fällt es dir schwer, diese Komponente auszublenden? Dann ist ein privat eingestellter Account vielleicht das Richtige für dich. So kannst du dich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich den Spaß beim Austausch mit Freunden.

Möchtest du deinen Account strategisch aufbauen und etwas bestimmtes damit erreichen? Dann solltest du dich mit Social Media Marketing und dem damit verbundenem Aufwand vertraut machen. Aber auch hier sollte dir klar sein, dass der Erfolg oder Nicht-Erfolg auf Social Media nicht den Wert deiner Arbeit oder den Wert deiner Person bestimmt!